Pusteblume

Clementinen und Kartoffeln

Bio-Clementinen

Die Clementine ist eine Unterart der gewöhnlichen Mandarine, die aus einer Kreuzung zwischen Mandarine und der Pomeranze stammt, so die Theorie von "Pater Clement Rodier".
Sie trägt den Spitznamen "Easy Peeler", d.h. das Ablösen der Schale vom kernlosen bis kernarmen Fruchtfleisch geht sehr leicht.

Herkunft

Der Ursprung von Clementinen liegt vermutlich in Nordostindien oder Südwestchina. Erst zu Beginn des 19. Jh. gelangte die Frucht nach England, von wo aus sie sich in den Mittelmeerraum verbreitete.
Spanien und Marokko sind die Hauptproduzenten, daneben Italien, Frankreich (Korsika), Griechenland, Zypern u.a.

Botanik
Der immergrüne Clementinenbaum der Familie Rutaceae erreicht nur eine mittlere Höhe, hat schlanke Äste und ist ein wenig bedornt. Er zählt zu den kälteresistentesten von allen Zitrusgewächsen, die Früchte hingegen sind sehr frostempfindlich.

Anbau und Ernte von Bio-Clementinen
Clementinen entwickeln sich auf biologisch  bewirtschafteten Plantagen im Einklang mit der Natur. Tagsüber „tanken“ sie Sonne, sind nachts starken Temperaturschwankungen ausgesetzt und reifen am Baum voll aus. Diese Wachstumsbedingungen machen die Pflanzen gehaltvoll, aromatisch und einzigartig – ohne „Nachhilfe“ durch chemisch-synthetische Stoffe.
Oberste Priorität beim biologischen  Pflanzenbau haben die regionalen Gegebenheiten. Bio-Gärtner kultivieren z.B. solche Sorten, die robust gegen Schädlinge und Krankheiten sind oder deren Anbau sich in ihrer Region traditionell bewährt hat.
Andalusien und Sizilien etwa sind schon seit Jahrhunderten als hervorragende Anbaugebiete für Zitrusfrüchte bekannt. Das verwendete Saatgut stammt nach Möglichkeit von biologisch gezogenen Pflanzen und darf weder gentechnisch verändert noch chemisch gebeizt sein.

Nur auf gesunden Böden wachsen hochwertige Früchte. In diesem Bewusstsein tun Bio-Bauern alles, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern. Auf den Plantagen für Bio-Zitrusfrüchte wird kein mineralischer Stickstoffdünger ausgebracht. Stattdessen wird mit organischem Dünger gedüngt, z.B. mit Kompost oder Stallmist, der auf dem eigenen Betrieb bei der Tierhaltung anfällt. Unter den Bäumen bauen die Bio-Bauern verschiedene Untersaaten als Gründüngung an. Diese Maßnahme schützt zum einen die Böden vor Erosion, zum anderen erhalten die angebauten Pflanzen zusätzliche Nährstoffe. Die Untersaaten unterdrücken auch das Wachstum unerwünschter Kräuter. Sollte das Unkraut doch überhand nehmen, beschränken sich die Bio-Gärtner auf die mechanische Unkrautregulierung, wie etwa das Eggen oder Mulchen.
Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind im biologischen  Plantagenanbau strikt verboten. Doch was tun Bio-Gärtner, um ihre Bäume und Früchte vor Schädlingen zu schützen? Sie setzen z.B. gezielt natürliche Feinde der Schädlinge aus, etwa Schlupfwespen gegen Läuse. Auch fördern sie die Ansiedlung von Vögeln, Insekten und Käfern, die sich von den Schädlingen ernähren. In vielen Fällen ist aber auch Handarbeit nötig, um die ungebetenen Gäste von den betroffenen Pflanzen zu entfernen oder um die betroffenen Stellen mit Brennnessel- und Pflanzenjauchen zu behandeln.

Bio-Gärtner hingegen achten auf die natürlichen Anzeichen der Reife, z.B. auf den Schalenglanz der Früchte: Diese sind reif, sobald ihre Schale glänzt, auch wenn sie noch grün oder grünfleckig ist. Auch das richtige Verhältnis von Zucker zu Säure im Obst (von Fachleuten „Brix-Wert“ genannt) signalisiert den Erzeugern: Jetzt haben die Früchte den besten Geschmack! Dann wird jede Frucht sorgsam von Hand vom Baum abgepflückt und auf direktem Weg zur Packstation gebracht.

In biologisch geführten Anlagen hingegen werden die Früchte lediglich durch das Waschen in Wasser oder mithilfe von Bürsten von anhaftendem Staub befreit. So bleibt die natürliche Wachsschicht der Früchte erhalten und muss im Nachhinein nicht imitiert werden. Die Schale erscheint dadurch zuweilen etwas stumpfer als bei gewachsten Früchten. So vorbereitet, rollen die Früchte auf die Sortierbänder, wo sie noch aufmerksam begutachtet und nach ihrer Größe sortiert werden. Anschließend werden sie vorsichtig von Hand in Steigen oder Netze gepackt, damit die empfindliche Ware während des Transports keine Druckstellen bekommt.

Gesundheit
Bio Clementinen enthalten 195kJ/100g (46kcal/100g) an Nährwert.
Hervorzuheben sind die Mineralstoffe Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor, die B-Vitamine und Vitamin C (30mg/100g).
Von allen Zitrusfrüchten haben Clementinen den süßesten Geschmack, da sie sehr viel Fruchtzucker, aber nur wenig Fruchtsäure enthalten. Sie sind klein bis mittelgroß, gelb bis orangefarben.

Verwendung in der Küche
Sie sind gut zu transportieren, d.h. zum Mitnehmen zur Schule oder zur Arbeit ein idealer erfrischender und gesunder Vitaminlieferant in der kalten Jahreszeit.
Bio Clementinen eignen sich aber auch hervorragend als Zugabe zu Obstsalaten, Desserts, Wildgerichten oder Cocktails/Mixgetränken.

Bei Bio-Clementinen ist natürlich auch die Schale zum Verzehr geeignet. Abgerieben ist das besser als jedes Orangenschalenaroma im Tütchen, und auch Liköre kann man damit bestens aromatisieren.

Bio-Kartoffeln

Geschichte
In den Inkastädten war die Kartoffel schon 2000 v. Chr. bekannt. Im 16. Jh. wurde Sie durch die Seefahrer nach Europa gebracht. Da in Europa nicht bekannt war, wie die Kartoffel geerntet wird, wurden zuerst die oberirdischen Teile gegessen. Vergiftungen waren die Folge. Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm der I. musste unter Androhung von Gewalt den Kartoffelanbau fördern. Das Gerücht der Giftigkeit hielt sich hartnäckig.

Die Pflanze
Die Kartoffelpflanze ist ein einjähriges Kraut, das wie die Tomate, die Melanzani, der Tabak, die Tollkirsche und der Stechapfel zu den Nachtschattengewächsen gehört.
Die Blätter der Kartoffelpflanze können je nach Sorte hell- bis dunkelgrün und sogar leicht bläulich sein. An ihrer Unterseite schimmern die eiförmigen, gefiederten Blätter hellgrau.
Die kantigen Stängel sind verzweigt und behaart.
Im Herbst verdorren die Blätter und Stängel der Pflanze
Mit Wurzeln und Früchten hat die Knolle nichts zu tun. Die Früchte der Pflanze sind die giftigen, grünen Beeren, die sich aus den Blüten entwickeln. Die essbaren Knollen hingegen sind unterirdische, verdickte Triebe, in denen die Pflanze Reservestoffe für das Auskeimen einlagert. Sie sind also die Speicherorgane der Kartoffelstaude. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Stärke benötigt die Knolle im Frühjahr zum Austreiben, der Mensch das ganze Jahr über für seine Gesundheit.
An den Boden stellt die Kartoffel keine großen Ansprüche. Das Einzige was sie nicht mag, sind Staunässe und, anders als die südamerikanischen Sorten, Frost. Einmal in der Erde vermehrt sich die Kartoffel vegetativ und bildet zahlreiche Tochterknollen. Eine Saatkartoffel bringt dabei 10 bis 25 solcher Sprossknollen hervor, die alle mit der Mutterknolle genetisch ident sind. Wer also Kartoffeln isst, verspeist eigentlich immer nur die „Klone“ einer Kartoffel. Das macht die Sorte stabil, verhindert aber die genetische Anpassung an die Umwelt.

Lagerung
Bio-Kartoffeln sollten stets kühl, dunkel, trocken und luftig gelagert werden.
Auf diese Weise lassen sich Keimlinge und faulige Stellen am effektivsten vermeiden. Dafür eignen sich kühle und dunkle Orte wie die Speisekammer oder der Keller optimal. Übermäßiges Licht verändert den Geschmack und zerstört wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C. Das Gemüsefach des Kühlschranks ist der falsche Aufbewahrungsort, denn zu viel Kälte verwandelt die Stärke in den Kartoffeln zu Zucker und lässt sie dadurch süßlich schmecken.
Vorsicht ist bei Keimlingen geboten, die sich rasch bilden können, wenn Kartoffeln bei einer Temperatur von über acht Grad gelagert werden. Keimlinge produzieren das gefährliche Solanin, das Krebs auslösen kann. Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen vier und acht Grad.

Rezept:

Kartoffelgratin mit Schafskäse für 4 Personen

Zutaten:

  • ca. 750 Gramm kleine Bio-Kartoffeln
  • ca. 200 g Mais tiefgekühlt
  • 250 Gramm Bio-Cocktailtomaten
  • 1 grüner Bio-Paprika
  • 200 g Crème fraîche
  • 1 kleiner Becher Joghurt
  • 150 Gramm Bio-Schafskäse
  • 1 Päckchen TK-Kräuter der Provence
  • Salz und Pfeffer

Die Kartoffeln mit Schale gar kochen, halbieren und in die Auflaufform legen.
Den Paprika abwaschen, halbieren, innen alle Kerne und das Weiße entfernen, würfeln und gemeinsam mit den Mais in die Auflaufform geben.
Die Cocktailtomaten waschen, halbieren und dazugeben.
Joghurt, Crème fraîche und Tiefkühlkräuter verrühren, salzen und pfeffern und unter das Gemüse rühren.
Den Schafskäse würfeln und darüberstreuen.
Nun die Auflaufform für 40 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben.
Die halbe Backzeit lang das Gratin mit Alufolie abdecken.