
Fenchel und Birnen
Bio-Fenchel
Ursprung und Geschichte
Fenchel war in Europa lange Zeit nur im Mittelmeerraum beheimatet, dort als uralte Heil- und Gewürzpflanze bekannt und wurde an die alten Kulturen im arabischen Raum bis nach China weiterverbreitet. Seit dem Mittelalter wurde Fenchel als Gewürzpflanze auch nördlich der Alpen in Klostergärten kultiviert; der Gemüsefenchel ist in unseren Breiten allerdings erst seit etwa 30 Jahren bekannt.
Der Name Fenchel leitet sich wohl wegen seines Aromas vom lateinischen „foenum“, dem „Heu“ ab und wurde zum Ursprung der Namen von Fenchel in den meisten europäischen Sprachen.
Hauptanbaugebiete: Südeuropa z.B. Griechenland, Spanien, Süditalien und Nordafrika, geringere Mengen auch in Österreich in Bio-Qualität. Heimischer Fenchel wird von Ende August bis November geerntet.
Die Pflanze
Beim Fenchel handelt es sich um eine ein- bis mehrjährige, bis zu über zwei Meter hohe Pflanze mit fleischig verdicktem Stängel, der im oberen Bereich verästelt ist. Die kleinen, gelben Blüten sitzen in großen Dolden. Der Gemüsefenchel ist meist einjährig und wird nur bis zu 50 cm hoch. Unterirdisch bildet sich die Fenchelknolle.
Inhaltsstoffe
Fenchel enthält die Vitamine A, B1, B2, B12, , E sowie die Mineralien Calcium, Eisen, Phosphor und Kalium, Eiweiß, Zucker und Stärke. Beachtlich ist der hohe Vitamin C Gehalt der Knolle.
Medizinisch wirksame Hauptbestandteile des Fenchels sind die ätherischen Öle, welche bis zu 70 Prozent aus Anethol und anteilig aus Fenchon bestehen. Anethol ist für den süßlichen, anisartigen Geschmack des Fenchels verantwortlich.
Heilwirkung
Fenchel wird bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, leichten krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und besonders bei Blähungen angewendet. Auch bei Atemwegserkrankungen, Husten und Erkältungsbeschwerden im Mund-, Nasen- und Rachenraum (Katarrhe der oberen Luftwege) wird Fenchel eingesetzt. Bei Sängern ist Fenchelhonig ein Geheimtipp gegen Heiserkeit.
Als Tee oder als Fenchelhonig findet er wegen des angenehmen Geschmacks besonders in der Kinderheilkunde Anwendung. Fenchelfrüchte sind auch Bestandteil von Milchbildungs-Tees, welche die Milchbildung stillender Mütter fördern sollen.
Verwendung
Fenchelsamen eigenen sich als Gewürz für Brot und Backwaren.
Fenchelgrün wird als Würzkraut oder zur Dekoration verwendet.
Fenchelknolle:
- Als Rohkost, in Streifen geschnitten mit verschiedenen Saucen zum Dippen
- Roh wird Fenchel als Salat mit Gemüse, wie zum Beispiel Tomaten, Zucchini, Karotten oder Äpfel, Orangen, Weintrauben und Nüssen, verwendet.
- Gekochte Fenchelhälften können gefüllt und überbacken werden.
- Gedünstet schmeckt Fenchel als Gemüsebeilage zu Fisch und Fleisch.
Fenchelöl wird zur Aromatisierung von Likören verwendet. Als Zusatz eignet es sich für Hustenmittel, Fenchelbonbons oder Fenchelhonig.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf möglichst auf weiße Knollen achten, mit leuchtend frischem Blattgrün und knackigen Stielen. Die Schnittstellen an den Stielen dürfen nicht eingetrocknet sein. Druckstellen müssen unbedingt weggeschnitten werden.
Fenchel ist kein Lagergemüse, er hält sich höchstens zwei Tage im Kühlschrank. Durch Lagerung wird die Knolle zäh, trocken und holzig.
Rezept:
TOMATEN-FENCHEL-AUFLAUF
Zutaten 4 Personen:
- 4 Bio-Fenchelknollen, längs halbiert
- 1 Tasse Gemüsebrühe
- 5 Bio-Tomaten, gehäutet, gewürfelt
- 1 Zwiebel, fein gehackt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 EL Butter
- 2 EL Obers
- 200 g ger. Käse (z.B.Bergkäse)
- Butterflöckchen
- etwas Salz, Pfeffer
Fenchelknollen in der Gemüsebrühe nicht zu weich kochen. Zwiebel und Knoblauch in Butter kurz andünsten, Tomaten zugeben, salzen, pfeffern und kurz weiterdünsten. Fenchelknollen in eine gebutterte Auflaufform legen. Zwiebel-Tomaten-Masse darüber geben. Obers mit drei EL Gemüsebrühe verquirlen und darüber gießen. Käse darüber streuen und Butterflöckchen darauf geben. Im Ofen bei 200°C ca. 15 Min. backen.
Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten
Bio-Birne
Geschichte
Birnen gab es nachweislich bereits im Altertum. Sie fanden vor etwa 4000 Jahren den Weg nach Europa und verbreiteten sich auch hier recht rasch. Der Ursprung der Birnen liegt in Persien.
Schon im 17. Jahrhundert gab es an die 300 verschiedene Birnensorten. 200 Jahre später war ihre Zahl schon auf 1000 angestiegen und heute werden die verschiedenen Sorten
auf 5000 geschätzt.
Der Baum
Der Birnenbaum zählt, genau wie der Kirschenbaum und der Apfelbaum, zu den Rosengewächsen. Er ist mit dem Apfelbaum eng verwandt.
Unsere heutigen Birnen stammen von den Holz- bzw. Wildbirnen ab. Diese ursprünglichen Bäume konnten beinahe überall wachsen. Auch heute werden die harten, kleinen Früchte dieser Sorten als Mostbirnen verwendet.
Birnenbäume können sehr hoch werden. Die alten Sorten erreichen sogar eine Höhe
bis zu 20 Metern!
Inhaltsstoffe:
Birnen sind ein säurearmes Obst, enthalten aber etwa soviel Zucker wie Äpfel. Bio-Birnen enthalten viel Vitamin C, B2 und Minerale, besonders Kalium, Calcium und Magnesium.
Heilwirkung:
Birnen wirken antibakteriell.
Durch ihren geringen Säuregehalt können Birnen sogar von Menschen mit Magenproblemen gut vertragen werden.
Birne regt das Verdauungssystem an, ist beruhigend und stärkt das Immunsystem. Birne hilft bei Blutarmut, Nierenstein, Blasenentzündungen, Schnupfen, Gicht und Rheuma. Sie enthält außerdem viel Kalium, was entwässert. Birne kann auch den Bluthochdruck senken.
Anwendung:
Birnen kann man entsaftet verwenden oder roh als Obst essen. Zur Qualitätssicherung werden Birnen gepflückt, wenn sie kurz vor der Reife stehen. Kalt gehalten lagern sie bis zum Verkauf und reifen dann nach.
Aus Bio-Birnen kann aber auch fein schmeckendes Kompott oder Marmelade gemacht werden.
